TfP oder auch “Time for Print” bedeutet für mich zu aller erst, dass beide Seiten, also Fotograf und Model, gegenseitig eine Verpflichtung eingehen. Diese Verpflichtung wird in eine TfP-Vertrag geregelt. Der genaue Inhalt weicht stark von Fotograf zu Fotograf ab, ein Beispiel für einen solchen Vertrag findet man z.B. in der Model-Kartei.
Bei mir ist der TfP-Vertrag möglichst einfach gehalten und passt auf eine DinA4 Seite. Zwar kann der Inhalt je nach vorheriger Vereinbarung auch mal abweichen, in aller Regel beinhaltet ein TfP-Shooting bei mir aber folgendes:
- Beide Vertragsparteien haben keine kommerziellen Rechte an den Bildern
- Jeder darf die Bilder in allen Medien für Eigenwerbung, Wettbewerbe, Sedcards, etc. nutzen. Das beinhaltet ausdrücklich auch das Internet, insbesondere die Veröffentlichung in Blogs, Communities etc.
- Es wird genau geregelt, welche Bereich, sprich ob Fashion, Dessous oder Akt-Fotografien erstellt und veröffentlicht werden.
- Das Model erhält nach spätestens sechs Wochen eine CD einer großen Auswahl der entstandenen Bilder als JPEG-Export (niemals RAW-Daten!)
- Die Bildbearbeitung der Bilder ist ausschließlich mir gestattet
- Die Nennung von Echt-Namen ist nicht gestattet, es dürfen nur Künstlernamen genannt werden (sowohl bei Model als auch Fotograf)
Das war es im Wesentlichen! Und wichtig, ich erhebe den Anspruch an mich, als auch an das Model, dass der Vertrag eingehalten wird. Insbesondere bedeutet das, dass ich eine Bilder-CD noch nie nach der genannten Frist verschickt habe! Bei einem Pay-Shooting wartet man schließlich auch nicht auf sein Geld, im Zweifelsfall wird gemahnt.
In der Regel geht allerdings mein Engagement noch über die festen Vereinbarungen hinaus.
- Da ich weiß, wie gespannt meine Modelle auf die Ergebnisse warten, versuche ich die CD schon innerhalb von ca. zwei Wochen fertig zu stellen
- Ich sortiere die Bilder schon mal vor, in Favoriten und Top-Favoriten. So hat das Model die Möglichkeit zu sehen, welche Bilder ich plane, evtl. mal zu veröffentlichen (die in Top-Favoriten) und sie kann sich Zeit sparen, wenn sie möchte
- Das Model darf 3-5 Bilder von der CD aussuchen, die ich bearbeite. Dabei kommen die Bilder zu erst dran, die auch in meinen Top-Favoriten zu finden sind. 50% stimmen in der Regel auch wirklich überein.
Bis jetzt bin ich mir dieser Vorgehensweise immer sehr gut gefahren und meine auch eine gute Mischung von Geben und Nehmen gefunden zu haben. Zumindest hat sich noch niemand beklagt. :-)
Was meint ihr, ist das zu großzügig oder bin ich zu geizig?
Ich denke, das passt schon
Benutzt du auch das Muster (vom Rechtsanwalt wie in der MK verlinkt) oder ein selbst kreierten Entwurf?
Ehrlich gesagt habe ich den Vertrag in der MK erst entdeckt, als ich meinen Vertrag schon länger hatte. In der Zwischenzeit liegt der in einer Version 8 vor, ursprünglich habe ich ihn mir mal von einem befreundeten Anwalt erstellen lassen. Dann sind aber immer wieder Teile aus anderen Verträgen dazu gekommen. Ich finde den in der MK dem Gefühl nach aber nicht schlecht, juristisch habe ich davon aber nicht viel Ahnung.
Deine vertraglichen Bedingungen und auch Deine Bemühung diese zu übertreffen finde ich fair und sehr gut.
Selbst suche ich auch derzeit nach Shootings auf TfP Basis und arbeite gerade an einem eigenem Vertrag, Deine Punkte habe ich daher gerne aufgenommen
Gruß
Alex
Danke für Dein Feedback, das freut mich!
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